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Ulrich A. Büttner - Schriftsteller und Journalist  
Der abgetrennte Kopf ist ein weitgefasster Bogen, der sich mit Kolonialismus und Migration auseinandersetzt. Die Titelgeschichte, als Vorwort getarnt, ist ein furioser, rahmensetzender Auftakt für den Streifzug, der von Piraten handelt und dem Afghanistankrieg, der Samoakrise und Königin Elizabeth. Dem Leser enthüllen sich neue Blicke auf unser Land wie auch bedrängende menschliche Abgründe.
Queen Elizabeth II besucht Sri Lanka. Sie fühlt sich unwohl in dem Wirbel, der um ihre Person veranstaltet wird, doch ihr Versuch, aus der zugedachten Rolle als Oberhaupt eines Kolonialreiches auszubrechen, ist zum Scheitern verurteilt. Ein Büroangestellter entwickelt für die Chefsekretärin eine widerwillige Faszination, die erstaunliche körperliche Nebeneffekte zeigt. Tadeusz Odmieniec, der von einer unheimlichen Krankheit geplagt wird, ist ähnlich verkopft wie der abgehobene Professor für ceylonesische Philologie, der für einen ausgebrochene Zahn ein Vermögen bezahlt; er ist aber auch getrieben wie der pädophile Priester Gebhard, der nach dem Skandal ins Ausland flieht. Die Akteure sind sich ihrer inneren Spaltung kaum bewusst, sich selbst entfremdet. In seinem zweiten Erzählband rückt Ulrich A. Büttner die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dieser Entfremdung in den Focus und greift auf historische Bezüge zurück. In der fiktiven, von Dr. Ricardo Prospero in einer Fußnote ausgebreiteten Kriminalgeschichte zeigt der Autor schließlich, wie Kopf und Körper in gänzlich unerwarteter Weise wieder zusammen finden.